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15.12.2019 07:15:14


PROMO35 - Thema der Glow-Regionalkonferenz vom 30. Oktober 2019


Gemeindepolitik: Wie gewinnt man die Jungen?

Wie schafft man es, jüngere Erwachsene auf kommunaler Ebene für ein politisches Amt zu begeistern? – Anlässlich der Regionalkonferenz des Gemeindeverbundes Glow. das Glattal in Wangen-Brüttisellen ging man am 30. Oktober 2019 dieser kniffligen Frage nach.

Boomtown hin oder her: auch in der Glow-Region ist es schwierig, junge Erwachsene ins politische Milizsystem einzubinden. Seit Jahren nimmt – vor allem bei der Bevölkerungsschicht bis 35 Jahren – die Beteiligungsbereitschaft in Schweizer Gemeinden stetig ab. Eine Studie der Fachhochschule Graubünden namens «Promo 35» diente am letzten Mittwoch im Gsellhof in Brüttisellen als analytische Grundlage, um nach Referat und Workshop die richtige Stossrichtung für Glow. das Glattal zu eruieren.

«Grosses Thema in den Gemeinden»

André Ingold, Dübendorfer Stadt- und Glow-Präsident, meinte in seiner kurzen Begrüssungsrede zu den rund 30 Glow-Vertretern aus Verwaltung und Behörden: «In unseren Städten und Gemeinden ist dieser Mangel an jungen Politikerinnen und Politikern schon lange ein grosses Thema. Auch in der Wirtschaft ist heute ein Mitwirken am politischen Milizsystem fast schon ein Hindernis, um Karriere machen zu können – einige Ausnahmen ausgenommen», räumte Ingold ein, bevor er Dario Wellinger vorstellte. Dieser ist mit Curdin Derungs Co-Autor der nationalen 40-seitigen Studie «Promo 35» und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Verwaltungsmanagement. Er beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit Themen der Miliztätigkeit und Verwaltungsführung.

Viel Arbeit – wenig Ansehen und Lohn

Junge Erwachsene seien in der Gemeindeexekutive stark untervertreten. «Der Anteil der unter 35-Jährigen beträgt in der Schweiz nur etwas über fünf Prozent. Weil meist viel Arbeit, dafür wenig Ansehen und Lohn mit der Gemeindepolitik verbunden wird, sagen viele 'Nein Danke'. Und zwar nicht nur junge Leute», präzisierte Wellinger, bevor er das Rekrutierungspotenzial unter die Lupe nahm. Dazu hätte ihre Umfragen ergeben, dass die Jungen sich durchaus vorstellen könnten, in einem Team die politische Zukunft mitzugestalten. Aber direkt angefragt würden nur die wenigsten.

In der Folge entwickelte sich zu diesem Punkt eine interessante Diskussion in der Glow-Runde. Gerade die Vertreter der grösseren Gemeinden und Städte verwiesen auf die Rekrutierungsarbeit ihrer Parteien. Da würden direkt vorgenommene Anfragen – vor allem seitens der Verwaltungen – gar nicht gut ankommen und als ungerechtfertigte Intervention gedeutet.

Gemeindeämter reformbedürftig

Die Studienergebnisse hätten aufgezeigt, dass die Gemeindeämter reformbedürftig seien, so Dario Wellinger weiter. Effizientere Sitzungen und Arbeitsprozesse seien anzustreben sowie moderne Kommunikationsformen – wie zum Beispiel per Skype durchgeführte Meetings – in Erwägung zu ziehen. Einfach um den zeitlichen Aufwand für so ein Amt zu begrenzen. Als geeignete Massnahmen würden laut Studienumfragen zudem die Erhöhung der finanziellen Entschädigung sowie Hilfe im vorausgehenden Wahlprozess genannt.

Aktiv in den Workshops

Produktiv gestaltete sich die abschliessende Zusammenarbeit in kleinen Workshop-Gruppen. Die Glow-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer hielten mögliche Ideen fest, um junge Erwachsene künftig für ein Engagement in der hiesigen Gemeindepolitik motivieren zu können. Da kamen viele erfolgsversprechende Vorgehensweisen an den Tag, um dem Politikverdruss entgegen zu wirken. Aber zum Schluss waren sich alle einig, dass der Weg zu verjüngten Gremien auch im Glattal noch ein langer sein wird.


Teilnehmende der Glow Regionalkonferenz am 30. Oktober 2019
Teilnehmende der Glow Regionalkonferenz am 30. Oktober 2019

STARTBAHN 29 - Thema der Regionalkonferenz vom 15. Mai 2019


«Startbahn 29» als grenzübergreifende Nachwuchsförderung

Anlässlich der jährlich stattfindenden Regionalkonferenz des Gemeindeverbundes glow. das Glattal stellte die Dübendorfer Stadträtin Susanne Hänni den Behördenmitgliedern das ehrgeizige Nachwuchsförderungsprojekt «Startbahn 29» vor. Zudem wurde mit Willi Bleiker der langjährige Glow-Sekretär verabschiedet.

Die glow. das Glattal-Region ist ein Magnet für Hightech-Wirtschaftszweige – und wird nicht zuletzt dank des Innovationsparks auf dem Flugplatz Dübendorf auch kommenden Generationen in diesem Sinne von Nutzen sein. Genau in diese Richtung zielt das Projekt «Startbahn 29», welches Susanne Hänni kürzlich an der traditionellen glow-Regionalkonferenz im Arvensaal des Hotels Sonnental in Dübendorf vorstellte.

 

Startbahn für jugendliche Ideen

«Im grenzübergreifenden Umfeld des Innovationsparks entsteht eine Startbahn für jugendliche Ideen – und zwar gleich bei der Piste 29. Im direkten Kontakt mit echten Forscherinnen und Forschern können Kinder und Jugendliche die Faszination für Technik und Naturwissenschaften entdecken», erklärte Hänni. Die letzten 18 Monate hat sie mit einem illustren Team von Initiantinnen und Initianten das Projekt erfolgreich angeschoben. Mit von der Partie sind andere Schulpräsidenten und -präsidentinnen sowie Kinder- und Jugendbeauftragte oder Fachlehrkräfte. «Uns schwebte eine Nachwuchsschmiede in diesem Top-Umfeld vor. Die nächste Generation soll schliesslich hier vor unserer Haustüre entsprechende Arbeitsstellen besetzen können. Aktive Baumeister wollen früh geformt werden und müssen von den Profis profitieren können», präzisierte Susanne Hänni.

 

Breite Trägerschaft

Entstanden sei das Projekt auf Initiative von Schulen rund um den Innovationspark, der Stadt Dübendorf, der ETH und Universität Zürich sowie weiteren Interessierten. Beteiligte Schulen profitieren von Lehr-, Praxis- und Workshop-Stunden mit den Profis von den Hochschulen und den Forschern. So können ganze Schülergruppen und Klassen in spannende Zukunftsfelder hineinblicken. Noch vermehrt sollen das lokale Gewerbe sowie die Berufsschulen ins zukunftsträchtige Projekt involviert werden.

 

Abheben mit den Kids und Jugendlichen

In einer offenen Werkstatt sind bereits wegweisende Pilotprojekte – wie der Dance-Bot- oder Roboterfisch-Workshop – erfolgreich durchgeführt worden. Auch die Finanzierung sei gut angelaufen, rund 1 Million Franken seien schon zusammengekommen. Auch der Gemeindeverbund glow. das Glattal könnte sich vorstellen, einen Beitrag zugunsten von «Startbahn 29» zu sprechen. Verwendet würden die Zuwendungen vorderhand für die Ausstattung des Forschungslabors sowie die Entschädigungen der Lehrfachkräfte. Sukzessive werde nun die Trägerschaft erweitert und schliesslich von der Startbahn 29 aus mit den Kids abgehoben.

 

Willi Bleiker ehrenvoll verabschiedet

Glow-Präsident André Ingold, der die Konferenz leitete, verabschiedete in der Folge mit grossem Dank Willi Bleiker. Der Verwaltungsdirektor von Opfikon-Glattbrugg amtete über 20 Jahre lang als Sekretär des Vereins glow. das Glattal (inklusive dem Vorgänger-Zusammenschluss). «Viele Ideen, die ursprünglich bei Zusammenkünften von glow. das Glattal entstanden sind, konnten mittlerweile weiter entwickelt und umgesetzt werden. Für mich war und ist das eine spannende Aufgabe. Danke für die gute Zeit», meinte er zum Abschied von Glow.

Ab diesem Jahr hat die Geschäftsstelle der Flughafenregion Zürich – namentlich Christina Doll – den administrativen Teil übernommen. Sämtliche RK-Geschäfte wurden in der Folge einstimmig angenommen.


Medienmitteilung vom 6. November 2019 2019_11_GlowRKPromo35.pdf (376.1 kB)