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Geschichte

Geschichte

Alles begann 1988 auf der Jungfernfahrt des Busses 759 Richtung Flughafen-Kloten. Was damals vier Stadtpräsidenten als Idee aussprachen, präsentiert sich heute, beinahe 20 Jahre später, als Verein von acht Glattal-Gemeinden unter dem Namen „glow. das Glattal“. Eine Gemeindekooperation, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Lebens- und Arbeitsraum zu entwickeln.

Gründung Interessengemeinschaft Zukunft Glattal (IG ZUG)
Die Wachstumsentwicklung in den Agglomerationsgemeinden zwischen Flughafen und Stadt Zürich regte die Präsidenten der Glattal-Gemeinden an, die drängende Verkehrsproblematik gemeinsam anzugehen. Die folgende Gründung der Interessengemeinschaft Zukunft Glattal (IG ZUG) im Jahre 1990 war zur damaligen Zeit pionierhaft.

Mit dabei waren die Städte Opfikon, Kloten, Wallisellen und Dübendorf. Die mit einer Vereinbarung geregelte Zusammenarbeit beschränkte sich primär auf Planungsfragen. Der Bericht GLATTAL WOHIN, Probleme und Lösungsvorschläge (Niederhauser, Steiger 1990) und der Folgebericht GLATTAL WOHIN, Entwicklungsplanung Glattal (Niederhauser, Steiger, Arbter 1991) wurden von den Gemeinden gemeinsam mit dem Zürcher Verkehrsverbund erarbeitet und bildeten die Grundlage für eine gemeinsame Entwicklungsplanung. Die Stadtbahn, die heutige Glattalbahn, wurde zum Hauptziel der IG ZUG. Die erste Etappe konnte denn auch kürzlich im Jahre 2006 eingeweiht werden.

Erweiterung der IG ZUG
1995 wurde Rümlang in die IG ZUG aufgenommen. Zudem erhielt die Stadt Zürich Beraterstatus. Gleichzeitig wurde die Vereinbarung überarbeitet und der Zweck auf weitere Bereiche ausgedehnt. Die Kooperationsbasis der Gemeinden wurde damit ausgeweitet. Es wurden Themen wie New Public Management, gemeinsame Kulturveranstaltungen, Fluglärm oder Wirtschaftsförderung diskutiert. An den IG ZUG-Sitzungen nahmen schon bald neben den Präsidenten auch die Schreiber der Städte und Gemeinden teil. Die IG ZUG wurde als strategisches Organ verstanden. Die effektive Koordination und Umsetzung im Operativen wurde an die Schreiber mit den Verwaltungen delegiert. Diese trafen sich denn auch zu separaten Sitzungen. Trotz dieser Öffnung der Zielsetzungen folgte eine eher passive Phase, in der nur zögerlich eine Annäherung stattfand.

1997 stiessen die Gemeinden Bassersdorf und Dietlikon zur IG ZUG. Dies war auch Anlass, die Fluglärmfragen in ein separates Gefäss, die Task Force Fluglärm (TFF), zu verschieben. Die IG ZUG wollte sich wieder vermehrt Entwicklungs- und Kooperationsfragen widmen.

Aufbruchstimmung
In den Jahren 1999 und 2000 entstand dann aber Aufbruchstimmung. Einerseits stiess mit Wangen-Brüttisellen eine weitere Gemeinde dazu. Andererseits wurden zwei Studien in Auftrag gegeben. Zum Thema Raumentwicklung wurde der Bericht „Raum Zürich Nord/Glattalstadt“ verfasst (Niederhauser, Meier 2001). Er wies nach, dass mit der Glattalbahn zwar ein grosses Ziel umgesetzt wird, in vielen Bereichen (Verkehr, Lärm, Durchmischung Wohn-, Arbeitsplätze) die gesetzten Ziele aber nicht erreicht worden sind. Ein weiterer Bericht „Regionalmarketing Glattal“ (With 2000) wurde mit der Absicht in Auftrag gegeben, Grundlagen für den Aufbau einer Wirtschafts- und Standortförderung zu erhalten.

Aus beiden Berichten ging klar hervor, dass Raumplanung oder Wirtschaftsförderung nicht genügen, sondern dass eine ganzheitliche Standortförderung notwendig ist, die sich mit Lebensqualität, Sport, Bildung, Kultur Identität etc. befasst. Die Förderung eines Selbstverständnisses der Region, die Schaffung einer Identität, die Festlegung einer ganzheitlich ausgerichteten Strategie wurden empfohlen. Das in autonome Gemeinden aufgeteilte mittlere Glattal verliert aufgrund der Aufsplitterung gegenüber den starken Partnern Stadt Zürich und Flughafen relativ an Gewicht. Um dies zu verhindern sollte eine engere Kooperation der Gemeinden angestrebt werden.

Dass die Agglomeration Glattal grosses Potential und grosse Bedeutung hat, zeigte das zeitgleich erschienene Buch von Campi, Bucher und Zardini (2001) über die Glattalstadt, das die Netzstadt aus einer ganz anderen Sicht betrachtet, als zeitgenössische Stadt beschreibt und gleichzeitig als Führer über das Gebiet zwischen Zürich und Flughafen auftritt.

Die IG ZUG diskutierte in der Folge sowohl die Ziele, wie die Organisation und den Auftritt der Interessengemeinschaft. Verschiedene Projekte wurden dazu bearbeitet: Corporate identity, corporate design und Kommunikation, Kultur, Sport, Medien, Lebensraumgestaltung und Wirtschaftsförderung waren Projekte, die initiiert wurden. Die Zusammenarbeit auf operativer Ebene unter den Stadt- und Gemeindeschreibern wurde intensiviert.

Gründung Verein glow. das Glattal
Die Formulierung gemeinsamer Ziele und die Verstärkung der Koordination zeigte Wirkung: Aus der IG ZUG wurde am 7. Juni 2001 glow. das Glattal .
Die Organisation hatte noch keine Rechtspersönlichkeit und fusste wie die alte IG ZUG auf einer einfachen Vereinbarung. Sie war aber bereits mit einer Regional­konferenz (Gemeindepräsidenten und Schreibern), einer Vorbereitungsgruppe und Projektleitern ausgestattet.

Mit einem an der Zürcher Hochschule Winterthur (Departement Wirtschaft und Management) bearbeiteten Konzept zur Kulturförderung (Rieser et al., 2001), der Einführung eines Wirtschaftsforums (erstmals am 29. Oktober 2001), einem Sport- und Kulturkalender, einer Homepage und der Kontaktpflege mit der Wirtschaft wurden neue Aktivitäten entfaltet. Der Einbezug der Wirtschaft wurde mehrfach diskutiert und als wichtig erachtet, aber bis heute nur in geringem Masse umgesetzt.

Am 12. Juni 2002 wurde an der Regionalkonferenz der Verein glow. das Glattal gegründet, nachdem alle Gemeinden den Statuten zugestimmt hatten. Damit wurde die Region zu einer Rechtsperson. Die Organisation mit Regionalkonferenz, Steuerungsgruppe und Projektgruppen wurde beibehalten.

Aktivitäten von glow. das Glattal
Am 4. September 2002 mandatierte die Regionalkonferenz mit einem Pensum von 40% einen Standortförderer. Dieser übernahm primär Aufgaben der regionalen Wirtschaftsförderung (Wirtschaftsforum, Tischmesse, Ansiedlungen, Beratung von Privaten und Gemeinden, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung). Damit wurden die Schwergewichte definitiv auf die Standortförderung, die Zusammenarbeit der Gemeinden und die Öffentlichkeitsarbeit gelegt.

glow. das Glattal machte sich im Jahre 2003 dafür stark, dass im Rahmen der Revision der Kantonsverfassung ein Versuchsartikel Platz findet, der eine Koope­ration von Gemeinden im Sinne von Zweckgemeinden fördert. Dies scheiterte aber in der Diskussion zur neuen Kantonsverfassung. Die Gemeinden von glow. das Glattal betonten dabei die Bedeutung der Gemeindeautonomie. Das ebenfalls zur Diskussion stehende Regionenmodell mit einer weiteren Parlamentsebene wurde aus diesem Grunde abgelehnt.

Modellvorhaben glow. das Glattal
Aufgrund von externen Anstössen wurde glow. das Glattal auf die Agglomera­tionspolitik des Bundes aufmerksam. Die Modellvorhaben des Bundes boten die Möglichkeit, die Zusammenarbeit strukturiert anzugehen. Trotz der bisherigen gemeinsamen Erfolge waren nämlich immer wieder Grenzen der auf informellen Strukturen basierenden Zusammenarbeit spürbar. Fragen nach Sinn und Zweck, Verbindlichkeit, Legitimation, Finanzierung und Ausführenden traten immer wieder auf. glow. das Glattal hatte sich zudem bei den Behörden noch nicht überall etab­liert. Fragen, wie aus der Zweckgemeinschaft allenfalls eine Netzstadt entwickelt werden kann, waren deshalb Motivation, das Modellvorhaben für eine gemein­same Gestaltung des Lebensraumes in Angriff zu nehmen. Dabei legte die Region Wert darauf, dass nicht nur verkehrspolitische und raumplanerische, sondern auch soziale Themen behandelt wurden.

Ende 2003 konnte das Modellvorhaben starten. Neben der Bearbeitung von Pro­jekten standen die Erkenntnisse zur institutionellen Zusammenarbeit im Zentrum der Arbeit. In einem Manifest wurden Aktionsvereinbarungen zu folgenden The­men verabschiedet (glow. das Glattal, 2006):
  • Partizipation von Kindern und Jugendlichen

  • Aufwertung des Lebensraums in den Dörfern und Städten
  • Aufwertung, Mehrfachnutzung und Vernetzung der Grünräume
  • Verbesserung der Unterstützung für Arbeitssuchende durch regionale Zusam­menarbeit.
Das Projekt wurde von einem ETH-Team begleitet (Thierstein, Keller, Held, Gabi). Finanzielle Unterstützung leisteten neben dem Bund der ETH-Rat, der Kanton Zürich, die Zürcher Planungsgruppe Glattal (ZPG) und die Verkehrsbetriebe Glattal.

Das Manifest wurde am Abschlussanlass vom 26. Januar 2006 allen Behörden­mitgliedern präsentiert (glow. das Glattal, 2006). Die Arbeitsgruppen haben mit unterschiedlicher Intensität ihre Arbeit weitergeführt. Insbesondere der Bereich Jugendpartizipation wurde weiter entwickelt. Die raumplanerischen Fragen sind durch die ZPG abgedeckt, die allerdings ein grösseres Gebiet umfasst.

Neue Strukturen
Zur Stärkung der Zusammenarbeit wurde am 28. Februar 2007 ein Strategieworkshop durchgeführt, der die Bedeutung von glow. das Glattal und Stärken wie eingespieltes Netzwerk, Vernetzung der Projekte, Homogenität der Gemeinden in Bezug auf Problemlagen bestätigte. Mit dem Anstoss einer Strukturdiskussion sollten die Schwächen in Bezug auf Integration breiterer Kreise und grössere Bekanntheit angegangen werden.

Eine Arbeitsgruppe Strukturen entwickelte ein Modell, bei dem breitere Kreise in die Regionalkonferenz einbezogen werden. Dieses Modell wurde am 27. September 2007 den Gemeinden vorgestellt. Nach der Vernehmlassung, verschiedenen Anpassungen und der Genehmigung durch die Gemeinden, wurden die neuen Statuten an der Regionalkonferenz vom 18. Juni 2008 verabschiedet. Sie treten am 1. Januar 2009 in Kraft.

Die Aktivitäten in den Bereichen Lebensraumgestaltung (Glattalbahn, ..), Sport und Bewegung (Projekt Bewegung, Ernährung, Entspannung (BEE)), Kultur (Veranstaltungskalender), Jugend (Jugendpartizipation), Standortförderung (Ansiedlungen, Beratungen, Wirtschaftsforum, Tischmesse, Marketing, ..), Öffentlichkeitsarbeit, Kontakte mit Nachbarregionen, Organisationen werden aktiv bearbeitet und tragen zur Ausweitung der Wirkung und Bekanntheit der Region bei.
 
 

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